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Hier gibt es Tipps und Tricks rund um die Fotografie und News zu Workshops und anderen Veranstaltungen.
Freiburger Fotoworkshops

Es geht heute nicht um die Fotografie von Motiven aus dem Weltall, wie der Titel vielleicht vermuten lässt. Aber die Technik die hinter dem Deep Sky Stacking steckt, kann auch für uns Landschaftsfotografen hilfreich sein. Denn wenn wir versuchen, die nächtliche Landschaft zusammen mit den Sternen zu fotografieren, stoßen wir immer auf die gleiche Problematik.

Sollen die Sterne als Punkte auf unseren Bildern dargestellt werden, müssen wir mit einer relativ kurzen Belichtungszeit arbeiten. Das restliche Licht kommt von der Lichtstärke unseres Objektivs und der ISO-Leistung unserer Kamera. Das führt schnell einmal zu verrauschten Aufnahmen.

Bei stock dunkler Nacht landen wir selbst mit einem lichtstarken Objektiv, mit kurzer Brennweite, schnell einmal bei 3200 – 6400 ISO und viele Kameras zeigen bei diesen Werten schon deutliches Rauschen. Wenn wir den ISO-Wert senken und die Belichtungszeit verlängern, werden die Sterne aber zu strichen. Eine Sackgasse?

Nicht ganz, es gibt zwei gangbare Lösungen für diese Problematik. Zum einen kann die Kamera mit einer entsprechenden technischen Vorrichtung nachgeführt werden. Das bedeutet, dass die Kamera mechanisch um die Polachse gedreht und so die Bewegung der Sterne ausgeglichen wird. Diese Methode findet auch bei Teleskopen Verwendung. Der Nachteil dabei ist, dass durch die Drehung der Kamera nun der Vordergrund (die Landschaft) unscharf wird. Hier hilft nur, später am Computer zwei Aufnahmen zu überlagern.

In diesem Artikel möchte ich aber auf die Überlagerung mehrere Bilder am Computer eingehen (Stacking). Hierbei werden grob gesagt viele Einzelaufnahmen mit kurzer Belichtungszeit zu einer einzelnen Aufnahme zusammen gerechnet, hierbei addiert sich die Belichtungszeit. Sprich, mit 10 Bildern a 15 Sek. erhalten wir insgesamt 150 Sek. Belichtungszeit. Je nachdem können wir dann die ISO-Werte deutlich reduzieren.

Ich schildere hier einmal den groben Ablauf. Wenn Ihr Fragen dazu habt, zögert nicht Euch zu melden:

 

  • Aufnahme der Light-Frames, unsere Bilder mit Motiv
    Für den ersten Versuch nehmen wir 20 Bilder auf. Die Sterne sollten auf den Bildern gut erkennbar sein, müssen aber noch nicht stark leuchten. Bei meiner Kamera ergeben sich für diese Serie folgende Einstellungen mit 14 mm Weitwinkel: Blende 2,8 / 15 Sek. / 3200 ISO. Wichtig ist, das kein starkes Rauschen auf den Bildern entsteht.
  • Aufnahme der Dark-Frames, Objektivdeckel geschlossen
    Direkt nach den Light-Frames schließen wir das Objektiv mit dem Deckel, lassen aber alle anderen Einstellungen unberührt. Nun nehmen wir wiederum 20 (schwarze) Bilder auf. Diese Aufnahmen beinhalten das Rauschen der Kamera bei den gegebenen Bedingungen. Auch die Temperatur spielt hierbei eine Rolle, diese Serie sollte also noch vor Ort aufgenommen werden.
  • Entwicklung und Export der Bildserien
    Da wir normalerweise nicht in JPG fotografieren, entwickeln wir die Motivbilder zuerst in Lightroom. Noch geht es um die grundlegende Entwicklung und nicht um Lokale Anpassungen. Korrigiert werden also nur Weißabgleich, Belichtung, Lichter, Tiefen, Klarheit und Schärfe, mehr nicht. Diese Einstellungen werden dann auch auf die Dark-Frames übertragen. Nun werden beide Serien exportiert. Für einen schnellen Test reicht Jpg, für das finale Bild empfehle ich aber Tiff als Format.
  • Das eigentliche Stacking der Serien
    Dafür gibt es je nach Plattform verschiedene Programme (Windows > Deep Sky Stacker / Mac > Starry Landscape Stacker). Da ich mit dem Mac arbeite, nutze ich den Starry Landscape stacker. Nach dem Start des Programms erscheint der “Öffnen” Dialog. Hier geben wir alle 40 exportierten Bilder an und folgen den sehr klaren und einfachen Anweisungen des Programms und schon wird das finale Bild errechnet.

Gerne könnt Ihr das Ergebnis einmal mit den Einzelaufnahmen vergleichen. Wenn alles geklappt hat, seht Ihr ein wunderbares und sehr rauscharmes Landschaftsbild mit einem funkelnden Sternenzelt vor Euch. Natürlich muss man bei den Einstellungen an der Kamera und in den Programmen immer etwas experimentieren, wozu ich Euch ermutigen möchte. Denn im Grunde ist dies eine sehr einfache Möglichkeit, fantastische Aufnahmen zu machen.

Viel Spaß dabei!

Workshop: Sternenfotografie

Ein Himmel voller Sterne über verträumten Landschaften gekonnt auf die Speicherkarte bannen – das ist Ziel dieses Workshops. Sie erhalten umfangreiches Know-How und wertvolle Tipps für faszinierende Aufnahmen nach Sonnenuntergang.